In
diesem Beispiel möchte ich auf Wunsch der
berichtenden Frau - Heidi Schnell - eine Ausnahme
machen.
Alle Angaben zu Personen, sowie örtlichen
Gegebenheiten sind nicht
verfremdet oder verändert worden! Auch ist der
Text erst einmal exakt so wiedergegeben wie er
mir zugeschickt wurde. Ich werde zum Schluß in
einer Wiederhohlung die Ereignisse und ihren
Bezug zum Prometheus-Effekt erläutern.Vatis
Ahnungen
Nachdem
uns (meine Großmutter mit ihrem Mann, Mutti und
mich) die Tschechen Ende April 1945 von Brünn
nach Wien vertrieben, mussten wir dort wegen
eines russischen Majors schnell wieder das Weite
suchen.
Mit einem Transport der Amerikaner landeten wir
letztendlich hier in Deutschland, in einer
kleinen Gemeinde in Baden-Württemberg.
Burgstall heißt der Ort. Er schloss sich
irgendwann - viel später - mit der
Nachbargemeinde Erbstetten zu
Burgstetten zusammen. Östlich von
Marbach am Neckar gelegen und westlich von
Backnang, sowie ca. 15 km westlich von
Ludwigsburg entfernt, liegt diese Gemeinde
aus geographischer Sicht.
Einige Zeit später gelang es Vati - Stefan
Dostal, geb. 1915 - zu uns zu stoßen. Er kam mit
einem der letzten Sanitätszüge aus Russland
nach Brünn. Dort kannten ihn viele seiner
tschechischen Freunde noch und versteckten ihn.
Für eine Flasche Schnaps half ihm ein Bekannter
über die Grenze nach Österreich zu kommen. In
Wien erfuhr er von unserer Verwandtschaft, dass
wir nach Deutschland ausgereist wären.
Natürlich suchte er ebenfalls den Wiener
Hauptbahnhof auf und wurde dort von den Russen
erneut geschnappt. Die Wiener halfen ihm, indem
sie sich zu ihm stellten, ihn in ihre Mitte
nahmen und ihn so befreiten. Wie er letztendlich
zu uns kommen konnte, weiß ich nicht. Vati
sprach - mit wenigen Ausnahmen - nie über diese
Zeit damals, auch nicht über den Krieg. Ich
weiß nur, dass er lange Zeit unter diesen
Ereignissen litt, ebenso wie meine Mutti, die oft
"umfiel".
Von den Amerikanern wurden wir in Burgstall einer
Bauernfamilie zugeteilt, die uns einen Teil ihres
Hauses zur Verfügung stellen musste.
Ein größeres Zimmer, in dem wir uns aufhielten
und ein schlauchähnlicher Raum, in den eben
unsere Betten passten. Eine kleine Küche war
auch dabei, die aber von außen betreten werden
musste, so wie auch das Wohnzimmer. Wir hausten
dort alle, Onkel nach der französischen
Gefangenschaft, Großmutter, Mutti, Vati und ich.
Willkommen waren wir nicht, aber darüber möchte
ich hier nicht schreiben.
Einige Zeit später zogen wir an den Ortsrand in
eine stillgelegte Mühle, deren Besitzer eine
Schnapsbrennerei unterhielt. Vati war ein
Allround-Genie und für alles zuständig.
Streikte einmal das Stromaggregat, reparierte er
es. Ebenso half er wie viele andere Flüchtlinge
beim Brennen dieses Getränkes. Auch Mutti half
beim Kartoffel und Zwiebel schälen. Es war eine
Zeit der Entbehrungen. Oft kein Wasser, nicht
viel zu essen, trotz der Lebensmittelkarten. Der
Bach war unsere Badestation, wenn der Brunnen
streikte und Hunger ließ uns oft auch das Gebot
>>Du sollst nicht stehlen<< brechen,
wenn auch selten und nur für kleine Mengen.
Später wurden die Arbeiter dieser
Schnapsbrennerei angeklagt, weil der Besitzer den
Schnaps "schwarz" gebrannt hatte.
Sicher hatten sie es vielleicht geahnt, aber es
war Arbeit und es gab wenigstens etwas dafür.
Vati wurde verurteilt und musste seine Strafe in
kleinen Beträgen abstottern, mehr konnte
Väterchen Staat nicht verlangen.
Dann bekam mein Vater Arbeit in der
Landeshauptstadt Stuttgart und fuhr mit dem Rad
zum Bahnhof der Ortschaft und dann mit dem Zug
nach Backnang, wo er umsteigen musste. Vati hatte
immer schon ein Gespür für Dinge, die manche
Menschen nicht fühlen und vor allen Dingen nicht
beachten. Sein "siebter Sinn" rettete
ihm und manchem Kameraden im Krieg das Leben.
Einmal erzählte er, dass er einen verwundeten
Soldaten auf den Schultern trug und irgendwie
immer instinktiv den richtigen Weg zugewiesen
bekam, sodass die feindlichen Geschosse NUR neben
den beiden einschlugen. Auch fühlte er bereits
verschiedene Vorkommnisse voraus und handelte, um
ihnen aus dem Weg zu gehen.
Selbst an der Front wurde ihm der Tod seiner
Mutter gegen Ende 1945 gewärtig, er spürte das
in seinem Inneren und bekreuzigte sich.
So
war er eines Tages in Burgstall auf dem
Heimweg mit dem Fahrrad vom Bahnhof in
Richtung unserer Mühle unterwegs. Er
musste unter der Eisenbahnbrücke
hindurch. Die Straße führte ziemlich
steil abwärts. Vati verlangsamte seine
Fahrt und irgendein Gefühl veranlasste
ihn, stehen zu bleiben. "Fahr nicht
unter der Brücke hindurch", wurde
ihm signalisiert. Eben hatte ein Zug den
Bahnhof verlassen und näherte sich
schnaubend und rauchend der Brücke. Mein
Vater stand und sah zu - er musste dort
bleiben wie von einer unsichtbaren Macht
festgehalten. Als die ersten Waggons
über die Brücke rumpelten, brach diese
ein. Steine purzelten, Dreck und Staub
wirbelten durch die Luft. Zum Glück war
es ein Güterzug und die Lok blieb oben
hängen, sodass der Zugführer gefahrlos
aussteigen konnte. Vati hätte, wäre er
weitergefahren, nicht soviel Glück
gehabt. Er wäre verschüttet worden und
sicher zu Tode gekommen.
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Stefan
Dostal 1946
(Bild mit
freundlicher Genehmigung von Heidi
Schnell) |
Als
junge Ehefrau, die selbst schon Kinder hatte,
bewunderte ich erneut Vatis besondere
"Gabe". Wie oft warteten wir auf
wichtigen Besuch vom anderen Ende der Republik.
Ich schon ungeduldig stellte erstaunt fest, dass
Vati erwähnte, jetzt biegen sie um die Ecke und
gleich sind sie da. Anfangs dachte ich oft, er
sagt es nur so zum Spaß und es ist Zufall. Da
diese Zufälle aber immer öfters vorkamen,
machte ich mir schon oft meine Gedanken darüber.
Bei mir klappten diese Orakel nie, wenn ich sie
auch immer wieder versuchte.
Noch oft denke ich an diesen ungewöhnlichen
Menschen, der mein Vater war. Leider verstarb er
für mich viel zu früh im Alter von 69 Jahren.
Makaber, dass seine Frau, meine Mutti, ihm bald
folgte, und zwar im Abstand ihrer Geburtstages.
Vati hatte am 15. Dezember und Mutter am 21.
Dezember Geburtstag. Genau nach diesen Tagen
verschied sie, obwohl sie von seinem Ableben, da
selbst sehr krank, nichts wusste.
Heidi Schnell geb. Dostal - Heidi Gotti
Auf den ersten Blick scheint nichts besonderes an
diesem Bericht zu sein. Ein Mann entkommt mit
viel Glück den Kiegswirren und in der
Nachkriegszeit einem Zugunglück. Doch lesen wir
zwischen den Zeilen, so zeigt sich sehr wohl daß
Stefan Dostal ein besonderer Mann war.
Eine kleine Aufzählung mag es verdeutlichen:
- Er
rettet einen verwundeten Soldaten aus
einer Kampfzone unter der Angabe, ihm sei
der richtige Rückzugsweg
"zugewiesen" worden - von
seiner inneren Stimme.
- Selbst
an der Front, weit entfernt von der
Heimat und bestimmt mit seiner eigenen
Sicherheit beschäftigt, bemerkt er den
Tod seiner Mutter.
- Dem
Zugunglück von Burgstall entkommt er nur
weil er, einer inneren Eingebung folgend,
nicht unter der Brücke hindurchfährt
die vor seinen Augen einstürzt.
- Des
öfteren hat er die Ankunft von Freunden
und Verwandten vorhergesagt, obwohl diese
noch weit außer Sichtweite waren.
Nun
kristallisiert sich ein schon differenzierteres
Bild aus. Stefan Dostal verfügte offenbar über
eine Gabe, die wir im Allgemeinen mit
"siebter Sinn" betiteln. Die Gabe
Ereignisse vorherzuahnen und seine Handlungen
darauf abzustimmen.
Doch was macht den nun diesen Mann zu einem
besonderen Mann? Seine Sensitivität. Vorahnungen
werden häufig in den Bereich der Esoterik
geschoben und dementsprechend auch mehr oder
weniger abgelehnt. Jedoch gibt es dafür durchaus
eine wissenschaftliche Erklärung. Schaut man
sich den Prometheus-Effekt genauer an, so fällt
einem schnell auf, daß er nicht nur einfach im
sichtbaren Bereich erscheinen, sondern auch
direkt mit einem Lebewesen interagieren kann.
Dabei können dem betreffenden Menschen bildhafte
Visionen, oder einfach nur das Wissen um etwas
gewahr werden. Diese Menschen sind in der Lage
mit den feinstofflichen Informationsquanten des
Hyperraumes zu interagieren und so auf Wisen
zugreifen, welches sonst nicht vorhanden ist.
Gleich einem Schamanen, der in Trance zu
Prökognition fähig ist, kann hierbei ein
Ereignis vorhergesehen werden. Manchmal Jahre im
Voraus, manchmal nur Sekunden. Das Wirkprinzip
ist aber immer gleich. Der Mensch als Antenne
für Informationen aus dem Hyperraum.
Wem das zu weitgegriffen erscheint, oder zu
esoterisch, der möge sich folgendes vor Augen
führen: fast jeder von uns hat schonmal ein
Erlebnis geträumt das dann später im
Wachzustand auch geschehen ist. Oft ist es etwas
Banales. Aber es zeigt das wir sehr wohl nicht
gänzlich die Fähigkeit verloren haben mit dem
universellen Wissen in Kontakt zu treten. Wir
ignorieren es vielleicht, wir haben es verlernt.
Der technische Mensch von heute ist zu sehr mit
anderen Dingen beschäftigt, um sich auf sein
Inneres zu konzentrieren. Einige Menschen haben
sich diese Fähigkeit aber erhalten, wenn auch
manche nur unbewußt. So gibt es eine ganze Reihe
von Hellsehern die der Polizei schon auf die
Sprünge halfen. Zum Teil waren deren
Beschreibungen von einem Tathergang und den
örtlichen Gegebenheiten sehr exakt. Hier haben
die begabten Personen aber noch die Vergangenheit
wiedergegeben. Nur bei den Vorhersagen zur
Zukunft wird im Allgemeinen Skepsis geübt.
Warum? Gibt es nicht genügent Beweise?
Doch - neben Stefan Dostal, der besagtes
Zugunglück nur durch seine innere Eingebung
folgend überlebte, gibt es eine Reihe von
Menschen die die Zukunft zum Teil erschreckend
genau vorhergesagt haben.
Der berühmteste Fall ist David Booth. Dieser sah
in seinen Träumen ein Flugzeug abstürzen.
Mehrere Nächte lang träumte er das Ereignis in
all seiner Grausamkeit - immer wieder. Er
entschloß sich seine Träume, die er für eine
Vorahnung hielt, dem Büro der American Airlines
in Cincinatti anzuvertrauen. Die nahmen seine
Befürchtungen sogar sehr ernst und suchten
aufgrund der Angaben Booths nach dem Flughafen
auf dem die Maschine stüzen sollte. Das war am
23.05.1979. Zwei Tage später, am 25.05.1979,
nach erfolgloser Suche, stürzt eine DC-10 der
American Airlines kurz nach dem Start in Chicago
ab und reißt 273 Menschen in den Tod.
Der Leiter der Abteilung für
Öffentlichkeitsarbeit, Jack Barker, war erstaunt
über die vielen Übereinstimmungen die in Booths
träumen auftraten, der Typ der Maschine, die
Fluglinie und die Tatsache, daß die Maschine auf
dem Rücken liegend abstürzen würde. Ebenso war
die Beschreibung der Absturzstelle sehr genau und
paßt zu den Gegebenheiten am Flughafen von
Chicago.
David Booth ist bis dato der einzige Mensch auf
der Erde, dessen präkognitiven
Träume vor dem Eintreten des Vorhergesagten
einer anerkannten
staatlichen Organisation bekannt waren. Ein
Betrug ist damit absolut auszuschließen!
So haben wir schon zwei Menschen, Stefan Dostal
und David Booth, die mehr als nur ein ungutes
Gefühl hatten, sondern ein Stück weit in die
Zukunft sehen konnten. Während es bei David
Booth ein einziges Mal zu einer Präkognition kam
hat Stefan Dostal diese Gabe sein ganzes Leben
über besessen. Ein bemerkenswerter Mann, der
sich wahrscheinlich seiner Gabe nicht einmal
bewußt war, sondern sie einfach nutzte um zu
helfen.
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