Was ist Materie?
Materie, werden jetzt wohl die meisten Menschen
sagen, ist alles um uns herum. Alles besteht aus
Materie!
Richtig, wenn man es oberflächlich betrachtet.
Geht man jedoch eine Frage weiter - wie es im
Inneren der Materie aussieht - so wird man
erstaunt sein. Es kommen seltsame Dinge ans
Tageslicht, die man sich so nicht erträumen
würde.
Doch schauen wir uns ein Atom mal genauer an.
Woraus besteht es und wie ist es aufgebaut?
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Rechts
sehen Sie das Bild von Siliziumatomen. Entstanden
ist es in einem Rastertunnelmikroskop. Dabei
fährt eine hochfeine Nadel, die unter einer
gewissen elektrischen Spannung mit der Probe
steht (der Tunnelspannung), sehr dicht über die
Probe hinweg. Dabei wird die Tunnelspannung
konstant gehalten. Um die Tunnelspannung konstant
halten zu können muß sich die Nadel über der
Oberfläche immer im gleichen Abstand befinden.
Die minimalen Hühenunterschiede werden
aufgezeichnet und ausgewertet. Damit erhält man
ein 3-dimensionales Abbild der Oberläche auch
noch im atomaren Bereich.
Dabei dürfen Sie jetzt nicht vergessen wie
winzig Atome sind. Sie sind im Mittel zwischen
0,1 und 0,5 nm (Nanometer = 1/1000.000 mm) groß.
Um eine einreihige Kette von Atomen von einem
Milimeter aufzuziehen bräuchten Sie mindestens
5.000.000 Atome. Das Bild rechts hat im Maßstab
übrigens eine Kantenlänge von rund 1,5 nm!
Beim Betrachten des Bildes fällt aber der
Abstand der Atome auf. Es gibt unregelmäßige
Lücken. Mehr noch, sie scheinen sich gar nicht
richtig zu berühren. |

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Das stimmt auch so.
Wer jetzt geglaubt hat Atome würden dicht an
dicht liegen irrt hier leider. Sie halten sich
beleibe nicht "bei den Händen",
sondern halten einen gewissen (wenn auch
unregelmäßigen) Abstand ein.
Dazwischen ist nichts - keine Luft wie früher
teilweise im Phyikunterricht gesagt wurde - nur
Vakuum. |
Rechts sehen wir
zwei Atome des Siliziums.
Die leicht rauhe und verwaschene Oberfläche ist
die Elektronenwolke die um den Atomkern. Sie
bildet den äußeren Abschluß des Atoms. Die
gelbliche Kugel hat einen Durchmesser von
ungefähr 0,1 nm. Genaue Angaben zur Größe kann
man aber nicht machen, da Atome keine feste
Kugeln sind. Man kann es sich wie eine Wolke am
Himmel vorstellen. Von Weitem sieht sie relativ
kompakt aus, aber durch ein Fernglas betrachtet
verwischen die Ränder der Wolke. So ist es auch
beim Atom. Je genauer wir hinschauen desto
verwaschener wird es.
Dabei haben wir die Verursacher der
Elektronenwolke noch gar nicht gesehen. Das
Siliziumatom hat 14 Elektronen. Da erinnert man
sich noch an Schulzeiten, wo die kleinen gelben
Kügelchen (die die Elektronen darstellen
sollten) um einen Atomkern schwirren. Vergessen
Sie lieber dieses Bild - es ist so falsch daß es
schon weh tut. Das fängt schon mit einem
Elektron an. Es hat gar keine Ausdehnung - kann
damit also keine Kugel sein. Es hat zwar eine
negative Ladung (-1e, oder
-1,602176462 · 10-19 C)
und diverse andere Eigenschaften wie Spin etc.,
aber keine wie auch immer geartete Form und
Dimension! Damit haben wir das erste
Elementarteilchen was eigentlich aus
"Nichts" besteht. Das Atom hat also
eine Hülle, die, wenn man es genau nimmt, aus
"Nichts" besteht, aber Eigenschaften
(Informationen) wiedergeben kann. Demnach können
wir unser Bild von Atom schonmal dahingehend
revidieren daß es praktisch unsichtbar ist! Wir
Menschen nehmen nur eine Information auf die uns
eine feste Oberfläche vorgaukelt. Auch bewegt
sich dieses "negative Nichts" nicht in
Kreisbahnen um den Atomkern. Selbst diesen
Gefallen tun uns die Elektronen nicht. Vielmehr
"erscheinen" sie bei |

| Eines
noch zur Frabe der Atome: Atome sind
farblos. Sie sind weger gelb, rot, blau
noch grün. Sie haben einfach keine
Farbe. Wenn wir sie direkt sehen könnten
so würden sie wohl eher grau erscheinen,
wie im Bild rechts dargestellt.
Allerdings ist es zweifelhaft ob sie
überhaupt ein Erscheinungsbild wir wir
es in unserer Welt gewohnt sind haben. |

Alle Darstellungen mit einer farblichen
Trennung der Bausteine dienen nur der
Unterscheidungsfähigkeit. Sie sind
willkürlich durch Menschen festgelegt
und entspechen in keinster Weise der
Natur des Objekts. |
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Beobachtung erst an
einem bestimmten Ort. Nehmen Sie jetzt dieses
Erscheinen nicht zu ernst, es ist mehr eine
Wahrscheinlichkeit wo Sie es finden könnten.
Haben Sie erstmal den Ort eines Elektrons
bestimmt, so können Sie nicht sagen wieviel
Energie es hat. Messen Sie jedoch die Energie des
Elektrons, so können Sie seinen Ort nicht mehr
bestimmen. Dadurch, daß das Elektron aber keine
Ausdehnung hat, kann es auch keine real sichtbare
Hülle um den Atomkern sein. Die Hülle ist
vielmehr nur eine Eigenschaft - eine Information
- eine Illusion. Rechts sehen Sie das korrigierte
Bild vom Siliziumatom. Die Hülle ist nur noch
angedeutet und ist in Wirklichkeit nicht real
sichtbar. Der kleine weiße Punkt in der Mitte
ist der Atomkern. In der Darstellung ist dieser
Atomkern vergößert, denn in Wirklichkeit ist
der Kern nur 1/10.000-stel so groß wie die
Hülle. Im Bild müßte bei korrektem Maßstab
der Kern kleiner als ein Pixel auf Ihrem Monitor
sein!
Aber gehen wir doch zum Kern vor. Was erwartet
uns dort? |

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Sie ahnen
es wahrscheinlich schon.
Links ist der Atomkern dargestellt. Ich sage es
gleich vorweg: er sieht in Wirklichkeit so nicht
aus. Es ist eine künstlerische Darstellung, ein
Phantasieprodukt.
Denn auch hier würden wir eigentlich nichts
entdecken können. Warum, ist einfach zu
erklären.
Aus Versuchen in Teilchenbeschleunigern weiß
man, daß die einzelnen Kernbausteine (Protonen
und Neutronen) ebenfalls zusammengesetzte Gebilde
sind. Analog zur Atomhülle, die aus den
Elektronen gebildet wird, ist ein Proton oder
Neutron nur eine Hülle für weitere, kleinere
Bausteine - den Quarks. Die äußere Grenze, zum
Beispiel eines Protons mit rund 1,5 fm angegeben,
ist also nur eine scheinbare Grenze. Die
Abkürzung fm steht für Femtometer und ist 1·10-15m
(oder 0,000.000.000.000.01m). Zurück zu unserem
Atomkern. Die Hülle der Kernbausteine gibt also
nur einen maximalen Wirkungsradius anderer
Bauseine wieder. Ein Proton und ein Neutron sind
also die Eigenschaftswolken der inneren
Bausteine, der Quarks.
Jetzt haben wir wieder Teilchen gefunden, die
eigentlich keine Teilchen sind. Ich müßte das
Bild links also
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korrigieren. Es gibt
keine sichtbaren Protonen und Neutronen. Das Bild
mußte in dem oben dargestellten Maßstab einfach
schwarz sein.
Doch wie sieht es mit den Quarks aus? Sind die
wenigsten fest und hart, so das man sie berühren
könnte. |
Rechts
haben wir ein Proton extrem vergrößert. Es hat
keine feste Hülle wie schon oben beschrieben
wurde, sondern wird aus Quarks aufgebaut.
Allerdings nicht nur, denn zu den Quarks gesellen
sich noch die Gluonen. Gluonen (engl. to glue =
kleben) sind die Austauschteilchen im subatomaren
Bereich. Durch sie wird die starke Wechselwirkung
übertragen die die einzelnen Kernbausteine
(Proton, Neutron und weiteren) zusammenhalten.
Von den Gluonen gibt es übrigens 8 verschiedene
Typen.
Bei den Quarks sieht es nicht anders aus. Auch
sie gibt es in größerer Vielfalt. Bisher sind 3
Generationen bekannt. Zur ersten Generation
gehören das Up- und das Down-Quark und ihre
Anti-Quarks. Zur zweiten Generation gehören das
Strange- und Charme-Quark sowie die
dazugehörigen Anti-Quarks. Die dritte Generation
wird durch das Bottom- und Top-Quark mit den
dazugehörigen Anti-Quarks gebildet.
Die Quarks und die Bausteine der Leptonen (zu
denen das Elektron, das Elektron-Neutrino und
andere gehören) bilden die Bausteine der
Materie. Aber Vorsicht - der Schein trügt
vielleicht, denn das Elektron ist schonmal
dimensionslos.
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Wenn wir das Bild
vom Proton anschauen so sehen wir eine Anhäufung
von farbigen Punkten. Hier sei angemerkt, daß
die farbigen Punkte nur zur Visualisierung dienen
und keineswegs die realen Farben wiedergeben.
Der eine oder andere Zeitgenosse hat sicherlich
schon gehört das ein Proton oder auch Neutron
aus je 3 Quarks bestehen. Das stimmt zwar, ist
aber extrem vereinfacht. Die 3 Quarks die gemeint
sind, sind die hauptsächlichen Bestandteile des
Kernbausteins die ihm auch seine Eigenschaften
geben. Mnn nennt sie auch Valenzquarks, aber nur,
wenn man ein vereinfachtes Modell der Nuklonen
damit meint.
Und jetzt wird es kompliziert im Proton, oder
auch Neutron, richtig kompliziert!
Diese jeweils 3 Valenzquarks existieren nicht
alleine im Kernbaustein, sondern sind in einen
See von Gluonen eingebettet. Daneben gibt es eine
sehr hohe Anzahl von Quark-Antiquark-Paaren, die
sich permanent bilden und wieder vernichten
(annihilieren). Auch die 3 Valenzquarks werden
permanent neu gebildet und vernichtet. Das
heißt, daß es im praktischen Sinne keine festen
Bausteine für ein Proton oder Neutron gibt,
sondern diese Bausteine sich in einem steten
Fluß des sich Bildens und Vergehens begriffen
sind. Darüberhinaus senden in einem Hadron ( zu
dieser Gruppe von Elementarteilchen gehören das
Proton und das Neutron) die Quarks Gluonen aus,
die wiederum sich in Quark-Antiquark-Paare
umwandeln. Diese vernichten sich gegenseitig. Ein
Perpetuum Mobile von Vernichtung und Erschaffung.
Die einzige Bedingung in diesem Durcheinander: Es
müssen mindesten die 3 Valenzquarks irgentwie
vorhanden sein. In einem Proton sind das 2
Up-Quarks und 1 Down-Quark, in einem Neutron sind
es 1 Up-Quark und 2 Down-Quarks. Wenn also eines
der Up-Quarks im Proton sich aufflöst, so bildet
sich irgentwo im Bereich des Protons gleich
wieder ein Up-Quark etc..
Dabei ist aber eines festzustellen: Die
Wissenschaft konnte bisher keine genaue Größe
für Quarks angeben. NUr ein eventueller
maximaler Durchmesser ist im Gespräch.
Andererseits könnte ein Quark auch gar keine
Ausdehnung haben! Alles ist also noch offen. Dann
haben auch die Gluonen noch so ihre Eigenheiten.
Sie können mit sich selbst reagieren, obgleich
sie eigentlich Austauschteilchen sind für andere
Bausteine. Das macht die Sache im Atom recht
kompliziert. Zudem wird dem Gluon Masselosigkeit
nachgesagt, obwohl in Experimenten eine Masse
nicht ausgeschlossen werden kann. Eine Ausdehnung
im Sinne von einem festen Körper sucht man aber
auch bei ihnen vergeblich.
Das Bild oben mit seinen vielen farbigen Punkten
stellt diesen See aus Gluonen und Quarks dar. In
diesem See aus "Teilchen" befinden sich
3 sogenannte Valenzquarks, die aber ebenfalls
einer permanenten Erneuerung unterliegen. So ein
Proton oder Neutron ist also keine feste Kugel,
sondern besteht aus einem Brei von ebenfalls
nicht besonders festen "Teilchen", die
wie Luftblasen im kochenden Wasser entstehen und
vergehen.
Darüberhinaus gibt es Überlegungen daß auch
Quarks aus noch kleineren Bausteinen bestehen
könnten.
Es wäre wie bei den Matrjoschkas, den russischen
Puppen aus Holz die sich ineinanderstapeln
lassen. Je mehr man dem Innersten nahe kommt
desto eher trifft man auf das Gleiche wie außen.
Die scheinbar feste Materie ist also doch nicht
so fest wie sie uns erscheint. Und wenn wir den
eben genannte Gedanken weiterspinnen so kommen
wir in eine Welt in der immer kleinere Bausteine
den jeweils nächstgrößeren bilden. Eine
unendliche Kette von Bausteinen würde sich der
Wissenschaft auftun. Aber, ab einer gewissen
Grenze würde dieses System nicht mehr
funktionieren. Ab der Größenordnung unterhalb
der Planck-Länge, der Plank-Masse oder des
Planck-Volumens spielen sich noch seltsamere
Dinge ab. Hier würde ein Teilchen mit sehr
kleinem Durchmesser eine nahezu unendliche Masse
aufweisen. Damit würde auf der kleinen
Oberfläche aber auch eine gigantische
Gravitation wirken. Diese wäre so groß daß
nichts von dem Körper entweichen könnte -
schlimmer noch - der Körper des Teilchens würde
in sich selbst kollabieren und zu einem Schwarzen
Loch werden.
Doch die Wirklichkeit könnte noch krasser
aussehen. Nicht nur daß die Teilchen in einem
immerwährenden Spiel Entstehen und Vergehen, sie
entstehen und vergehen vielleicht gar nicht,
sondern wandern zwischen den Welten hin und her.
Zwischen unserem sichtbaren Universum und dem
Hyperraum. Wie das aussehen und funktionieren
könnte lesen Sie im Bereich Das Prometheus-Universum. |
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